Projekt X900

Die Entwicklung der X 900 stellt den längsten Produktentstehungsprozess in der Geschichte von VH dar. Der ursprüngliche Start des Projektes war die fixe Idee, eine neue Radaufhängung zu entwickeln, die weder Telegabel, noch eine Kopie vorhandener Systeme war. In einem unkontrollierten Brainstorming kristallisierte sich die Erfindung eines Doppellängslenkersystems mit drehbarem oberem Längslenker heraus. Die Euphorie über diese Kopfgeburt führte uns zu einem Patentanwalt, der diese unseres Erachtens revolutionäre Idee sichern sollte, um uns immerwährenden Wohlstand zu verschaffen. Obwohl der Gedanke gut war, und ersteres tatsächlich funktionierte warten wir auf das Zweite noch immer. 

Der Idee folgte die schnellstmögliche Umsetzung. Unter Verwendung einiger Teile der schwer verkäuflichen R1100 bauten wir den ersten Versuchsträger. Insbesondere das Design des Lenkarms aus 60er Quadrathohlprofil zeugte von der Ungeduld,die wir dabei an den Tag legten. Der erste Proberitt endete mit einer zerbrochenen WiWo-Bremsscheibe. Die Bremsanlage bereitet im weiteren noch mehrere Probleme. Erst die Verwendung eines Bakker Sechskolbensattels anstelle der zwei WiWo-Sättel schaffte Abhilfe. Die Präsentation des Prototypen 1988 am Nürburgring stieß auf enorme Resonanz. Das weltweite Presseecho war gut fürs Ego. Für die Kasse brachte es leider wenig. Die Motivation,neue Radaufhängungssysteme zu entwickeln führte noch zu zwei weiteren Patenten: Einer Modifikation der Vorderradaufhängung mit Linearführung statt oberem Längslenker sowie eine Hinterradaufhängung mit Kompensation der Kettenspannung über ein Hebelsystem. Während die erste Entwicklung ein unserem ähnliches Cagiva-Patent umgehen sollte, auf Grund dessen BMW seinerzeit Abstand vom ursprünglichen Interesse an unserer Idee nahm, stellte die Hinterradaufhängung ein echtes Novum dar.

Projekt X900 # 7

Projekt X900 # 8

Projekt X900 # 9

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Projekt X900 # 11